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| Hinweise zur Auftragsmalerei | Die Ölfarbe frisch gemalter Bilder ist noch Wochen nach der Fertigstellung empfindlich gegenüber der Oberflächenberührung mit anderen Materialien.
Um die Qualität zu gewährleisten, sollte die Ölfarbe vor Auftragen der Schlussfirnis mindestens einen Monat anziehen und abtrocknen. Eine höhere Qualität erhält man, wenn die Firnis erst 3 bis 6 Monate nach Fertigstellung aufgetragen wird, da die Lösungsmittel und Verdünner sich so langsam und gleichmäßig an der freien Fläche ausarbeiten können.
Auch die Firnis sollte nach Auftragen mindestens ein bis zwei Monate anziehen, bevor das Bild versandt wird. Eventuell verwandte Versandtaschen und -polster können sonst leicht Abdrücke auf der Bildoberfläche hinterlassen. Diese kann man wiederum nur mit einer erneuten Firnis entfernen.
Deshalb mein Hinweis: Planen Sie bitte mindestens 3 Monate für die Bestellung eines guten Ölgemäldes ein, damit Sie noch lange und viel Freude daran haben können. Besser noch wäre eine Langzeitplanung über ein halbes Jahr. Kurzfristige Auftragsausführungen sind möglich, auch mit Firnis. Jedoch sollte dann eine besondere Vorsicht auch nach Abgabe des Bildes gewahrt werden. Für Auftragszeiten unter 2 Monaten kann ich für eventuelle Druckstellen nach Abgabe keine Garantie übernehmen.
Ein gutes Ölgemälde ist eine langjährige Wertanlage und kann über Generationen weitergegeben werden. Für die Erstellung eines persönlichen Gemäldes sollten daher gute Planungen vorausgehen, in denen die individuellen Eckpunkte berücksichtigt werden können. Gern als Geschenk gewählt, empfehle ich eher, nicht das fertige Bild, sondern die Aussicht auf Ausführung nach eigenem Wunsch als Geschenk anzubieten. Durch die Mitwirkung bei der Planung wächst der Bezug des Menschen zum Gemälde und es entsteht ein eigenes Wertempfinden. | | | Wissenswertes über Ölfarbe | Ölfarbe reagiert auf Licht. Länger in der Dunkelheit verwahrte Ölbilder hellen nach längerem Lichteinfall auf, ebenso dunkeln die Farbschichten durch Lichtentzug wieder ab. Diese Beobachtung ist aber geringfügig und nicht überzubewerten.
Im Laufe der ersten Jahre verändern sich Ölfarbschichten optisch, bedingt durch den Aushärtungsprozess. Je nach Farbqualität kann das Bild dann blasser erscheinen. Firnisse frischen diese Optik oft wieder auf.
Die Vergilbung der Oberfläche richtet sich nach der Zusammensetzung des Öles. In moderner Zeit werden zunehmend weniger gilbende Öle verwendet, das Bild bleibt so länger klar.
Der Trocknungsprozeß der Ölfarbe ist besonders abhängig von dem Kalkanteil und vom Anteil an Konservierungsstoffen. Dies kann der Maler beeinflussen durch eigene Farbherstellung, wie ich es auch anwende.
Ölfarbe wird hergestellt aus
Farbpigmenten in Pulverform
sie werden aus der Natur bezogen oder chemisch hergestellt
Öle
hier findet vor allem das Leinöl Verwendung, aber auch Mohnöl und andere sind eine belibte Variante
Kalk
dient als Füllmaterial und zur Einstellung der Konsistenz der Ölfarbe
Zusatzstoffe
hier zu erwähnen die Konservierungsstoffe, die nicht zwingend notwendig sind, Oxyde zur Aufhellung, Pasten zur Veränderung der Farbkonsistenz, Marmormehl als Füllmittel und zur Herstellung einer transparenten Farbe
Grundsätzlich sollten die Pigmente mit dem Öl intensiv verrieben werden. Bei einigen Pigmenten darf das Verreiben nicht übertrieben werden, da die Farbe dann an Ausdruck verliert. Es erfordert eine gewisse Studienzeit, um das Maß richtig einschätzen zu können. | | | Aufhängung und Lagerung der Ölbilder | Bei der Aufhängung der Ölbilder sollte die Rückseite gut belüftet sein. Das begünstigen die sogenannten Gemäldeaufhängungen. Ungeschützte Außenwände von Gebäuden sind weniger gut zur Aufhängung geeignet, da die Temperaturschwankungen zwischen Bildrückseite und dessen Vorderseite zu groß sein können. Das begünstigt, dass die einzelnen Farbschichten gegeneinander arbeiten, durch Ausdehnung und Zusammenziehen des Materiales, und so bruchanfälliger werden.
Ölbilder sollten bei einer längeren Lagerung bzw. zum Transport in Tücher eingeschlagen werden. Dadurch kann die sich verändernde Luftfeuchte besser ausgeglichen werden, es entsteht kein Kondenswasser auf der Oberfläche und die Farbschichten quellen weniger. Durch die unterschiedliche Zusammensetzung der einzelnen Farbschichten können diese auch unterschiedlich "arbeiten". Daher wird ein möglichst gleichbleibendes Raumklima empfohlen. | | | Reinigung der Ölbilder nach 50 Jahren | | Durch die Bruchanfälligkeit der Farbschichten, die nach ca. 50 Jahren durch den Alterungsprozess einfach normal ist, sollte man diese Ölbilder nur durch einen Restaurator reinigen lassen. Neue Firnisse sollten nur auf gereinigten Oberflächen aufgetragen werden. Wasser sollte nun zur Reinigung tabu sein. Wer sich ausprobieren möchte, kann weiter mit Pflanzenöl die Oberfläche abreiben. Auf keinen Fall darf zur Reinigung das zum Malen benutzte Leinöl verwendet werden, da dieses Öl aushärtet und einen Gilbfilm bildet, der nachdunkelt. | | | Reinigung der Ölbilder nach 30 Jahren | Nach mehrmaligen Reinigen der Oberfläche ist es ratsam, eine komplett neue Firnis aufzutragen. Schlussfirnis gibt es in Malerläden zu kaufen. Sie wird mit einem breiten Flachpinsel zügig und abschnittsweise aufgetragen. Dabei verlaufen die Ansatzstellen. Bereits nach wenigen Minuten kann eine Firnis anziehen und ein Überstreichen kann die noch feuchte Schicht beschädigen.
Ab ca. 30 Jahren verliert die Ölfarbe und die Firnis an Elastizität. Aus diesem Grund sollte das Bild in möglichst gleichbleibend mäßigen Luftverhältnissen verbleiben. Eine direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden. Ebenso sind starke Schwankungen in der Temperatur und Luftfeuchte ungünstig und beeinflussen die Bruchanfälligkeit der Farbschichten. | | | Reinigung der Ölbilder nach ca. 10 Jahren | Je nach Verschmutzung ist ab 10 Jahren und in ebenso großen Abständen eine Oberflächenreinigung sorgsam mit einem feuchten Tuch und aufgeschäumter Kernseife möglich. Die Bildoberfläche wird dabei vorsichtig in kleinen Abschnitten durch kreisende Bewegungen abgerieben. Es empfiehlt sich eine Reinigungsprobe an einer unauffälligen Stelle des Bildes. Dabei ist die Oberfläche stets zu beobachten. Bilden sich kleine Haarrisse, ist die Farbe bereits zu spröde und für diese Art der Reinigung nicht mehr geeignet. Die Reste der Kernseife müssen stets vollständig wieder entfernt werden. Das Bild darf bei der Reinigung nicht zu sehr nässen, stets mit einem trockenen Tuch nachtupfen.
Firnisse, die aus Eiweiß hergestellt wurden, können bei der Reinigung vollständig entfernt werden. Hierbei empfiehlt es sich, die Oberfläche vorsichtig und nicht zu nass anzuweichen. Auch sollte das Bild in diesem Fall komplett mit einer neuen Firnis versehen werden, da die Farbe stumpf ist und den Schmutz so schneller aufnimmt, bzw. sich schwerer reinigen lässt.
Eine akute Verschmutzung, wie z. B. bei einer Rußbelastung, kann man auch mit herkömmlichen Speiseöl anweichen, indem man das Öl großflächig mit einem Tuch aufträgt und einige Stunden arbeiten lässt, danach mit einem trockenen Tuch entfernt und das Bild herkömmlich reinigt. | | | Reinigung der neu entstandenen Ölbilder | Die frisch aufgetragenen Farbschichten, so wie die Schlussfirnis härten langsam, im Laufe von Monaten aus, auch wenn sie oberflächlich grifffest sind. Eine Beansspuchung zur oberflächlichen Reinigung ist daher mindestens ein halbes Jahr zu vermeiden.
In den ersten Folgejahren genügt die Reinigung mit einem Staublappen bzw. feuchtem Tuch.
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